stadt_potenziale

Von Vätern und Söhnen (eingereicht als Adams Erben)

Ein Projekt von Nicola Nagy und Marlene Schlichtenhorst
stadt_potenziale 2020, Fördersumme: 13.700,–
Durchführung: 2020–2022

Von Vätern und Söhnen. Plakat: Martin Eiter
Von Vätern und Söhnen. Plakat: Martin Eiter

Projektbeschreibung bei der Einreichung
(Unter dem Titel „Adams Erben – eine familienbiographische Spurensuche zwischen Stadt und Land“)

Adams Erben ist ein ethnographischer Dokumentarfilm über die Bewegung von der Stadt aufs Land sowie vom Land in die Stadt und die daraus entstehenden Verbindungen aus der Sicht von Männern dreier Generationen einer Tiroler Familie. Großvater, Vater und Sohn teilen ihre Biographien vor dem Hintergrund unterschiedlicher sozial-räumlicher Positionierungen in Stadt, Land und dazwischen. Der Fokus liegt dabei auf dem Generationenverhältnis und den tradierten sowie sich verändernden Vorstellungen von Männlichkeit in den Lebensentwürfen der drei Protagonisten.

Hugo lebt seit 85 Jahren im Pitztal, Martin hat das Tal seiner Kindheit früh verlassen, Jeremias ist diese (groß)väterliche Heimat fremd, er ist in Innsbruck aufgewachsen. Die Filmemacherinnen moderieren eine Begegnung der drei Männer mit offenem Ausgang, ein soziales Experiment, das über sich selbst hinausweist: Adams Erben porträtiert vordergründig ein sehr persönliches familienbiographisches Gespräch über Stadt und Land. Doch was dadurch Ausdruck findet, steht beispielhaft für zahlreiche Tiroler Familienbiographien und die unmittelbar damit verknüpften Fragen nach Identität und sich fortschreibenden Familiendynamiken, im Lichte religiöser Überzeugungen sowie Vorstellungen von Tradition, Heimat und Männlichkeit.

Wie viel ländliches Tal lebt in der Stadt weiter? Wie viel Stadt wird in das ländliche Leben hineingetragen? Welche Vorstellungen von Männlichkeit manifestieren sich über Generationen und in verschiedenen Lebensentwürfen in Stadt und Land? Diese Fragen bilden den roten Faden für den Film Adams Erben, der sich als familienbiographische Spurensuche sowie als kritische Befragung gesellschaftlicher Männlichkeitskonstruktionen begreift.

Von Vätern und Söhnen. Filmstill: Nicola Nagy, Marlene Schlichtenhorst
Von Vätern und Söhnen. Filmstill: Nicola Nagy, Marlene Schlichtenhorst

Projektdurchführung

Von Vätern und Söhnen ist ein ethnografischer Dokumentarfilm über die Auseinandersetzungen mit der eigenen Herkunft und damit verknüpften Annäherungen, Abgrenzungen und Ambivalenzen zwischen Stadt und Land.

Die Regisseurinnen begleiten Großvater, Vater und Sohn einer Tiroler Familie, die es nicht gewohnt sind miteinander zu sprechen, beim Gespräch miteinander und in ihrem Alltag.

Der Film erzählt vom Vater-Sein und Vater-Haben. Er thematisiert das Generationenverhältnis im Licht der tradierten sowie sich verändernden Vorstellungen von Familie, Religion und Männlichkeit in den Lebensentwürfen der drei Protagonisten in Tirol.

Wer kann man als Vater sein, wenn man der Sohn seines Vaters ist? Wer kann man als Mensch sein, wenn der eigene Vater der eigene Vater ist? Wie viel ländliches Tal lebt in der Stadt weiter? Wie viel Stadt wird in das ländliche Leben hineingetragen? Welche Vorstellungen von Männlichkeit, Vaterschaft und Familie manifestieren sich über Generationen und in verschiedenen Lebensentwürfen in Stadt und Land?

Diese Fragen bilden den roten Faden für den Film Von Vätern und Söhnen, der sich als familienbiografische Spurensuche begreift und zur kritischen Befragung gesellschaftlicher Männlichkeitsbilder anregen möchte.

Filmpremiere im LEOKINO in Innsbruck
Matinée am Sonntag, 23. Januar 2022, 11 Uhr

mit anschließendem Q&A mit den Regisseurinnen