stadt_potenziale

Lüge, List, Leugnung

Ein Projekt vom Zweiwerk – Carolin Bohn und Anna von Schrottenberg
stadt_potenziale 2020, Fördersumme: 10.130,–
Durchführung: 2020/2021

Projektbeschreibung zur Einreichung
Lüge, List, Leugnung. Workshop zu einer europäischen Kultur/Geschichte mit performativem Niederschlag

Der Theater-Workshop über „Lüge, List und Leugnung“ öffnet einen Raum, der, jenseits einer moralischen Verkörperung, Fragen stellt. Was nützt uns diese oder jene Lüge? Lohnt sie sich? Kann man überhaupt ohne? Wie sähe eine Welt – und eine Politik – ohne Lügen aus? Wie sähe eine aus, in der unterschieden wird zwischen guter und schlechter Lüge? Wie eine, in der diese Frage keine Rolle spielt? Mit Corona leben wir in einer Zeit der Unsicherheit, keiner weiß, was zu tun ist, ob man infiziert ist, wie gefährlich die Pandemie ist, ob die weltweite Ausgangssperre ihren Dienst tut. Keinen Plan zu haben ist wie Chaos im Kopf, extrem verunsichernd: Kann das trotzdem eine Chance sein? Können wir, inmitten von und nach der ersten Corona-Welle, uns noch etwas vormachen, oder gaukeln wir uns erst recht Sicherheit vor? Funktioniert noch das Lügen, wie funktioniert es aktuell? Ist es noch hilfreich oder schafft es sich gerade ab?

Wir recherchieren vor Ort und interviewen Passanten, Teilnehmende des Workshops und in Institutionen wie Altersheim, Schule, Stadtverwaltung, Gefängnis, Universität, Therapiezentren. Am Ende erstellt sich ein Kaleidoskop individueller und institutioneller Lügenstrategien und Schwindelgeschichten, persönlicher Gewinne und Verluste durch Lüge und Betrug, Ernüchterung und Vision in Hinsicht auf das alltägliche Werkzeug des Verstellens. Die Ergebnisse werden für eine abschließende Performance mit den Workshopteilnehmenden dramaturgisch aufbereitet und präsentiert.

Projektdurchführung: Lüge, List, Leugnung

War meine letzte Lüge nützlich? Was ist ihr Preis? Lohnt sich Verleugnung? Wie sähe eine Welt ohne Lüge aus? Ist die Lüge noch hilfreich? Schafft sie sich gerade ab?

Auf www.luegen.net entstand ein schwindelerregendes Kaleidoskop, in dem sich individuelle Verleugnungen und institutionelle Lügenstrategien versammeln: Geschichten von persönlichem Gewinn und schmerzlichem Verlust durch Lügen, von Ernüchterung durch Betrug, von großen Visionen und unglaublichen Frechheiten in Hinsicht auf das alltägliche Werkzeug des Verstellens fügen sich aneinander – jenseits moralischer Ansprüche oder Wertungen.

Ab Mai 2021 trat das Projekt zunächst im Online-Gewand auf, im Juli realisierten die Projektleiterinnen Anna von Schrottenberg und Carolin Bohn – in Abgleich mit den jeweiligen Corona-Bestimmungen – Workshops und eine Work-in-Progress-Ausstellung rund um das Thema Lügen: erzählend, lauschend, spielend, schreibend, zeichnend. Die Website wurde mit Lügengeschichten bestückt, das Projekt durch einen Blog begleitet.

Jede Lügengeschichte war willkommen, jeder Gedanke und jedes Gefühl zu Lüge, List, Leugnung. Wer noch eine Geschichte auf Lager hat, kann diese per E-Mail an info@luegen.net nachreichen.

Kaleidoskop

Das Lüge List Leugnung-Kaleidoskop zum Hören, Sehen, Lesen … war im Juli 2021 live zu erleben und ist seither online abrufbar unter: www.luegen.net/kaleidoskop

Workshops

Einen Überblick über die Workshops, die im Rahmen des Projekts verwirklicht wurden, gibt www.luegen.net/workshops

Ausstellung

Im Juli 2021 fand im Kesselhaus in der Karmelitergasse 21 in Innsbruck eine Ausstellung statt. Näheres dazu auf www.luegen.net/ausstellung