stadt_potenziale

Wir sind Stadt/Taktiken im urbanen Raum – being urban weeks 2014

ein Projekt von Birgit Brauner und Nicola Weber
stadt_potenziale 2013, Fördersumme: € 9.710,–
Durchführung: 07.–23.05.2014
being urban weeks: Spatenstich Dachgarten der Bäckerei
being urban weeks: Spatenstich Dachgarten der Bäckerei
Projektbeschreibung/Thema

In der gegenwärtigen Debatte um die Stadt als Lebensraum ist die Forderung nach und die Lust auf  Selbstbestimmung nicht mehr zu überhören.

StadtbewohnerInnen setzten sich für ihren urbanen Lebensraum ein und fordern die Stadt als Möglichkeitsraum für alle. Viel spielt sich ab im Spannungsfeld zwischen Allein- und Gemeinwohl, die Rechte und Räume des städtischen Kollektivs stehen zur Diskussion. Alternative Herangehensweisen an Architektur und Stadtplanung für eine nachhaltige, vielfältige und integrative städtische Zukunft werden gesucht. Das Projekt thematisiert die aktuelle, in vielen Städten geführte Debatte über Teilhabe, Mitgestaltung und Aneignung städtischen Raums und zielt auf die Verknüpfung mit dem lokalen Kontext sowie die Auseinandersetzung und Vernetzung vor Ort ab.

Brachentour Architekturtage
Brachentour Architekturtage
Ausstellung „Hands-On Urbanism“
Ausstellung „Hands-On Urbanism“
Format/Zeitraum

Die Veranstaltungsreihe being urban weeks 2014 thematisierte soziale, kulturelle, ökologische und politische Praktiken der Aneignung und Mitgestaltung über verschiedene Formate: Vorträge, Workshops, Diskussionen, Ausstellung, Stadtwanderung, Intervention. Sie fand vom 07.–23. Mai 2014 in der Bäckerei Kulturbackstube statt.

Workshop „Was kann Garteln …“
Workshop „Was kann Garteln …“
Workshop „Subversive Strategies“
Workshop „Subversive Strategies“
Vortrag Santiago Cirugeda
Vortrag Santiago Cirugeda
Fazit

Mit der Veranstaltungsreihe wurde einem künstlerisch-wissenschaftlichenThema Raum gegeben, das international stark präsent ist, aber in Innsbruck/Tirol bisher wenig diskutiert wurde. Es ist gelungen, einerseits über internationale Vortragende Einblicke in vielfältige und erprobte Methoden urbaner Raumaneignung zu geben und andererseits diese Ansätze mit den lokalen Bedingungen zu verknüpfen und ihre Potenziale für Innsbruck und Tirol zu erörtern und zu hinterfragen. Zusätzlich entstanden durch die Workshops und die intensiven Publikums- und Podiumsdiskussionen eine Vernetzung von AkteurInnen vor Ort und neue Kooperationen für weiterführende Aktivitäten. Eine Wiederholung der „being urban weeks“ ist angedacht. Längerfristiges Ziel ist es, die Thematik als fixen Bestandteil der kulturellen Diskussion in Innsbruck und Tirol zu etablieren.

Mobile Bar
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Ausstellung „Hands-On Urbanism“
Ausstellung „Hands-On Urbanism“
Programm

07.05.2014

VORTRAG Kerstin Hartig: „Agropolis München – eine metropolitane Nahrungsstrategie am Beispiel München-Freiham“
Die Stadtplanerin und Architektin stellte das Projekt Agropolis vor, das in München eine metropolitane Nahrungsstrategie aufbauen will, die von der Produktion bis zur Zubereitung sowohl eine zukunftsfähige Nahrungsökonomie artikuliert als auch räumlich erfahrbar und erkennbar wird. Das Modellprojekt wird in den Prozess der Bebauung des Stadtentwicklungsgebiets Freiham integriert und kann ein Baustein sein, um Landwirtschaft und Ernährung gezielt in urbane Entwicklungen einzubinden.

PODIUMSDISKUSSION
zum Thema: Das Potenzial von urbaner Landwirtschaft/urbanem Gärtnern für Innsbruck mit Gerhard Fritz (Stadtrat für Stadtentwicklung), Andreas Flora (Architekt), Elisabeth Senn (Permakultur Tirol), Fernando Ruiz Peyré (Interkultueller Garten) und Kerstin Hartig.

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
„Hands-On Urbanism 1850-2012. Vom Recht auf Grün.“

08.–23.05.2014

AUSSTELLUNG
„Hands-On Urbanism 1850-2012. Vom Recht auf Grün.“ (azw Wien/Kuratorin: Elke Krasny)

Seit der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts bis zur aktuellen Neoliberalisierung zeichnet sich die Entwicklung von Stadt durch eine Abfolge von Krisen aus. Bottom-Up Handlungsmacht in Krisen führt zu Hands-On Urbanism. Die Ausstellung, die zuvor u.a. auf der Architekturbiennale Venedig 2012 und der plan12 in Köln zu sehen war, zeigte einen internationalen Überblick über historische und gegenwärtige Formen von Selbsthilfe, Selbstorganisation, Selbstbau und gärtnerischen Praxen.

08./09.05.2014

WORKSHOP
„Was kann garteln im urbanen Raum“ + Spatenstich Dachgarten mit Kerstin Hartig (in Kooperation mit der Bäckerei-Kulturbackstube)

30 Interessierte aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern diskutierten Motivationen, Potenziale und Bedingungen urbaner Landwirtschaft in Innsbruck/Tirol und entwickelten Strategien der Zusammenarbeit, u.a. VertreterInnen der Stadtplanung und von Gemeinschaftsgärten, Landschaftsarchitekten, Biologinnen, KulturarbeiterInnen. Zudem wurde mit der Bepflanzung des Dachgartens in der Bäckerei-Kulturbackstube begonnen und ein Konzept für das zukünftige gemeinschaftliche Betreiben entwickelt.

09./10.05.2014

WORKSHOP
mit Santiago Cirugeda (Architekt/Künstler/Aktivist, Sevilla): „Subversive Straegies for everybody“

15 TeilnehmerInnen diskutierte und erprobte subversive Strategien der Raumaneignung im öffentlichen Stadtraum von Innsbruck und setzten aus Recyclingmaterial Mini-Interventionen für konkrete Orte um.

10.05.2014

VORTRAG
Santiago Cirugeda (Sevilla): “Self-Build as a Strategy for Participatory Construction Processes”

Der Architekt stellte eine Vielzahl von Projekten in Spanien und ganz Europa vor, die vorwiegend in kollektiven Prozessen entwickelt, oftmals selbstfinanziert und meist aus wiederverwerteten Objekten und Materialien gebaut sind und stellte die schwierigen Bedingungen dieser Art von Raumproduktion zur Diskussion.Am selben Abend fand die Preisverleihung des Ideenwettbewerbs „guten TAG Innsbruck“ statt (Projektbetreiber: Gerald Haselwanter, Gunnar Ploner, Stefan Brabez).

17.05.2014

FÜHRUNG durch die Ausstellung  „Hands-On Urbanism 1850-2012. Vom Recht auf Grün.“

STADTWANDERUNG
„Aus dem Blick - Brachen und Leerstandstour“ (in Kooperation mit guten TAG Innsbruck und dem aut/Architekturtage Tirol).

In der eigenen Stadt bewegt man sich auf den immer gleichen Pfaden und Alltagswegen, gesteuert von Effizienz und Notwendigkeit. Dabei bleibt vieles im Verborgenen und das Bild fragmentarisch. Über 100 TeilnehmerInnen erforschten auf dieser Tour die unbekannte „Rückseite“ des aufgeräumten Stadtbilds und entdeckten unbekannte Hinterhöfe, versteckte Brachen, Schleichwege und vergessene Nischen zwischen Dreiheiligen und dem Südring.

CAFÉ Bäckerei-Samstagscafe im Rapoldipark mit mobilen Küchen und Bars, entworfen und gebaut von Studierenden der Architekturfakultät (Institut für Gestaltung/studio 2) aus Recyclingmaterial.

23.05.2014

VORTRAG atelier d‘architecture autogérée (aaa), Doina Petrescu/Constantin Petcou: „Co-Producing the City“ in Kooperation mit der Universität Innsbruck.

Die in Paris angesiedelte Plattform aaa bot anhand ausgewählter Projekte einen Einblick in Bottom-Up Strategien zur Initiierung von selbstorganisierten Prozessen der Aneignung und Verwaltung brach liegender urbaner Räume. Das Agieren auf mikro-politischer Ebene initiiert alternative Modelle des Wohnens, Lebens, der Produktion und des Konsums, mit dem Ziel einer ökologischeren und demokratischeren Stadt. Der Vortrag war gefolgt von einer angeregten Diskussion.

Kooperationspartner

Bäckerei Kulturbackstube
Projekt „guten TAG Innsbruck“ (G. Haselwanter, G. Ploner, S. Brabetz)
Univ. Ibk, Fakultät für Architektur/Institut für Gestaltung.studio 2
Architekturtage 2014 (aut. architektur und tirol)

ausführliche Informationen auf www.being-urban.com

laufende Infos zu weiteren Projekten auf Facebook

Plakat „being urban“
Plakat „Hands-On Urbanism“