stadt_potenziale

Voices. ein Hör/Spiel

ein Projekt von Carolina und Ralph Schutti
stadt_potenziale 2012, Fördersumme: € 7.700,–, Durchführung: 2012
Voices: CD-Cover. Grafik: Gilbert Trojer
Voices: CD-Cover. Grafik: Gilbert Trojer
Projektbeschreibung

Die Stadt Innsbruck mit ihren typischen Sprachformen: Der Klang der Gespräche an bestimmten Orten bzw. das ortsungebundene Vorbeiziehen von Gesprächsfetzen ergibt eine einzigartige Mischung aus Umgangssprache, Dialekt(en), Akzenten, nicht-deutschen Nationalsprachen, aus „altem“ Innsbruckerisch und „neuer“ Jugendsprache. Aus handfestem Streitgespräch und freundschaftlichem Plaudern, aus Handy-Kommunikation und angeregter Unterhaltung.

Jede Stadt hat ihr eigenes, sprachlich und umweltakustisch begründetes Klangbild, das aufzuspüren und festzuhalten der erste Schritt des Projektes sein wird. Dabei geht es weniger darum, eine bloße Sammlung von Sprach- und Klangmaterial durchzuführen, sondern vielmehr um die Frage, wie weit eine sprachliche Landkarte den typischen Charakter einer Stadt wiedergeben kann.

Ausgehend von Gesprächsstimmungen, Sprachmustern oder auch einzelnen Wörtern werden in weiterer Folge literarische Texte entstehen, die sich aus dem Stimmenwirrwarr herausschälen, so, als würde man nach und nach in den Kopf eines Vorübergehenden hinein- und dann wieder hinausgleiten.

Nach demselben Prinzip wird das gesichtete Material musikalisch interpretiert: einerseits durch elektronische Verarbeitung von akustischen Reizen, andererseits durch eine Weiterführung in Musik für Klarinette und Klavier. Beides wird ineinander greifen, die Verankerung der Kunst im Leben soll damit sichtbar gemacht werden.

In einem Hörspiel werden schließlich authentisches Ausgangsmaterial und Kunstprodukt einander durchdringen.

Voices. ein Hör/Spiel

Audiofiles der CD von Carolina Schutti (Schriftstellerin) und Ralph Schutti (Komponist)

Sprecherinnen: Kerstin I. Mayr, Carolina Schutti
Sprecher: Johannes Piotrowski, Jens Nicklas, Xaver Schutti
Bassklarinette: Christian Spitzenstätter
Klavier: Lorena Mark
Aufnahme, Mix und Mastering der Musik: Jürgen Brunner
Aufnahme der Stimmen und der Straßengeräusche: Theresa Krug, Lisa Astl
Produktion/Gestaltung/Schnitt/Regie: Carolina und Ralph Schutti

01_Ich habe ihm gesagt … (5:11)
02_Blockwerk (2:59)
03_Fünfzehn Minuten (4:51)
04_Lyrische Impression I: ImKopf des Komponisten (4:33)
05_Liebe Helene (5:38)
06_Lyrische Impression II: Siehst du mein Gesicht, wenn du die Augen schließt? (4:14)
07_Was hörst du in der Nacht? (5:44)
08_Innsbruck (1:57)
09 bis 16_Voices/Acht Stücke für Bassklarinette und Klavier (14:58)
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Nachbetrachtung

So viel Arbeit die Durchführung des Projektes schlussendlich gemacht hat, so schön war sie auch. Das Ergebnis (die CD) wurde sehr gut aufgenommen, und wir sind nicht nur in künstlerischer Hinsicht einen Schritt weiter gekommen, sondern haben auch im Hinblick auf den Produktionsprozess interessante Erfahrungen gesammelt. Eine schöne Überraschung war das Interesse von Ö1 (Leporello und ZeitTon), darüber hinaus wurden wir auch ins Wiener Schauspielhaus eingeladen, um im Rahmen der „OHR.SPIELE“ unsere Arbeit zu präsentieren.

Dass man vor Beginn der Arbeit weiß, wie viel Geld man ausgeben kann, war ein sehr schönes Gefühl. Wir konnten erstmals auch Studentinnen einbinden (und bezahlen!!!) und haben grundsätzlich darauf geachtet, ausschließlich mit ortsansässigen Kulturbetrieben, Layoutern, CD-Produzenten etc. zu arbeiten. So hat sich ein neues Netzwerk ergeben, das wir auch in Zukunft gut nützen können …

Carolina Schutti und Ralph Schutti