stadt_potenziale

M – Eine Stadt braucht ihre Superheldin

ein Projekt von Peanutz Architekten
stadt_potenziale 2012, Fördersumme: € 8.200,–, Durchführung: 2012
M – Eine Stadt braucht ihre Superheldin. Foto: Peanutz Architekten
M – Eine Stadt braucht ihre Superheldin. Fotos: Peanutz Architekten
M – Eine Stadt braucht ihre Superheldin
Margaretes Rückkehr

„Nun machen wir die phantastische Annahme, die Stadt sei nicht eine menschlicheWohnstätte, sondern ein physisches Wesen von ähnlich langer und reichhaltigerVergangenheit, in dem also nichts was einmal zustande gekommen war, untergegangen ist, in dem neben der letzten Entwicklungsphase auch alle anderen noch fortbestehen.“ (Sigmund Freud)

Wir befinden uns im Jahr 2012. Die Innsbrucker Innenstadt wird von Peanutz Architekten unter die Lupe genommen. Geht man als Besucher durch Innsbruck, bekommt man ein Bild der Beschaulichkeit. Alles ist friedlich, ausser im Kaufhaus bei der Schnäppchenjagd oder beim Umsteigen in der Strassenbahn, wenn die Schule aus ist, da gibt es schon mal Gerangel. Doch in der Vergangenheit ist viel passiert: Habsburgerdynastie, Bergiselschlachten, Weltkriege, Wirtschaftswunder, Olympische Spiele, Fremdenverkehr und Shopping. Wofür die vielen Denkmäler stehen, weiß heute fast niemand mehr. Sie haben ihre Bedeutung für den öffentlichen Stadtraum verloren.
M – Eine Stadt braucht ihre Superheldin. Foto: Peanutz Architekten
Peanutz Architekten verfremden die Denkmäler und geben Ihnen einen neuen Kontext und ihre Bedeutung für den öffentlichen Raum zurück. Sie erwecken die Denkmäler als urbanen Live-Comic mit Hilfe von mobilen und fest installierten Sprechblasen zum Leben und bringen sie durch Tontechnik zum Sprechen. Manche verschwinden durch Spiegelfolie von Ihren Sockeln und neue Denkmäler werden gebaut. Denkmäler und ihre Orte werden vernetzt und treten in Beziehung. Natürlich in Abstimmung mit dem Denkmalamt.

Die Gräfin Margarete von Tirol hat sich von ihrem Wiener Exil verabschiedet und wandelt als Pappfigur in Begleitung von Peanutz Architekten durch Innsbruck. Als alleinige Erbin Tirols stand M im Interessenskalkül der Europapolitik und war Opfer der Staatsräson. Aber die Sehnsucht nach ihrer Heimat Tirol hatte sie nie verlassen. Mit ihrer Rückkehr möchte sich M gegen den Vorwurf von Begierde und Skandal ein Denkmal in Innsbruck bauen und ihren Beinamen „Maultasch“ endgültig abstreifen. Auf Ihrem Blog kann man ihre Denkmalinitiative mitverfolgen.
M – Eine Stadt braucht ihre Superheldin. Foto: Peanutz Architekten
Um zu erfahren, was seit ihrer Regierungszeit passiert ist besucht sie ihren nächsten Verwandten, den Habsburger Rudolf den IV. Ein deprimierter Rudolf sinniert: „Wir haben unsere Bedeutung verloren. Selbst Leopold beschwert sich, und von Walther habe ich ohnehin keinen Ton mehr gehört. Nur dieser Hofer auf seinem Heldenberg ist immer in den Schlagzeilen …“

M wird nun schlagartig klar. Noch einmal muss sie die Geschicke des Landes lenken: „Wir müssen dem öffentlichen Raum seine semantische Bedeutung zurückgeben. Die Denkmäler müssen von ihren Sockeln herabsteigen, um mit den Leuten auf gleicher Augenhöhe zu kommunizieren.“

„Komm auf die Straße, komm her zu mir. Überall Blumen und Girlanden halb zerknüllt. Sieht so aus als hätten die unser Denkmal heute Nacht schon ohne uns enthüllt. Hol den Vorschlaghammer. Sie haben uns ein Denkmal gebaut und jeder Vollidiot weiß, dass das die Liebe versaut. Ich werd die schlechtesten Sprayer dieser Stadt engagieren ...“ (Wir sind Helden)
M – Eine Stadt braucht ihre Superheldin. Foto: Peanutz Architekten
ProtagonistInnen
M – Eine Stadt braucht ihre Superheldin. Foto: Peanutz Architekten