stadt_potenziale

weites feld

ein Projekt von Milena Meller
stadt_potenziale 2011, Fördersumme: € 8.000,–, Durchführung: 2011–
Milena Meller: weites feld. Malerei (Öl auf Leinwand), 40x60 cm
Milena Meller: weites feld. Alle Bilder: Milena Meller
Projektbeschreibung

„weites feld“ ist ein Projekt der künstlerischen Erkundung einer größeren Straße mit ihrem Hinterland am Rande von Innsbruck. Es steht im Kontext meiner jahrelangen künstlerischen Beschäftigung mit dem Thema „Ort“, mit dem öffentlichen (urbanen) Raum, dessen Übergang zum Privaten, mit Peripherie und Freiräumen innerhalb des städtischen Raumes.

Die Bundesstraße von Innsbruck in Richtung Hall: Mein fotografisches und malerisches „Untersuchen“ dieses marginalen, nur scheinbar unscheinbaren Gebietes soll die Poesie eines, den zeittypischen Veränderungen unterworfenen Durchgangsterritoriums zeigen.

Die Vielfalt der Erscheinungen in einem so exemplarischen Gebiet sowie eine weitgehend anonyme, großteils funktionelle Architektur stehen im Fokus meiner künstlerischen Arbeit, die ins Detail zoomt und mit subjektivem Blick das Spezifische zu etwas Ortsunabhängigen verwandelt.

Zugleich aber soll durch diese Arbeit auch eine Art Dokumentation einer ständig im Wandel begriffenen Welt erfolgen, die einerseits in einem Katalog, einem „Stadtbuch der anderen Art“ ihren Niederschlag finden, andererseits in Form subtiler Interventionen vor Ort Verdoppelungen erzeugen soll.

Durch meinen Blick auf die nächste Umgebung möchte ich das Fremde im Eigenen, die Unverwechselbarkeit und zugleich Austauschbarkeit von Orten und damit die Auflösung ihrer Wertigkeit zeigen – vor dem Hintergrund der Auffassung, dass die „große weite Welt“ überall ist. Anders gesagt: New York ist so gesehen gleich spannend wie Neu-Arzl.
Milena Meller: weites feld. Ausstellungsansicht (Rauchmühle): Fotografien, Malerei (Öl auf Leinwand), Übermalungen von ausgedruckten Ausschnitten fotografierter Malerei
Milena Meller: weites feld. Ausstellungsansicht (Rauchmühle): Fotografien, Malerei (Öl auf Leinwand), Übermalung/-zeichnungen von ausgedruckten Ausschnitten fotografierter Malerei
Milena Meller: weites feld. Malerei (Öl auf Leinwand), 40 x 60 cm
Milena Meller: weites feld. Übermalung (Acryl auf Papier) von ausgedrucktem Ausschnitt fotografierter Malerei, 40x60 cm
Milena Meller: weites feld. Ausstellungsansicht (Stiegenhaus Firma Messebau Auer): Malerei (Öl auf Leinwand), Fotografie, Übermalungen von fotografierter Malerei
Milena Meller: weites feld. Malerei (Öl auf Leinwand), 40x60 cm
Realisation

Das Buch enthält rund zweihundert Fotografien, ausgewählt aus ein paar tausend, die ich auf meinen Streifzügen in das Territorium gemacht habe, sowie einen Text der Kulturmanagerin Ulrike Mair zum Thema „Nicht-Orte“ und zu meiner Arbeit.

Vor Ort präsentierte ich in insgesamt sieben Betrieben Ausstellungen mit Arbeiten, die in Auseinandersetzung mit dem Gebiet entstanden. Präsentiert wurden jeweils Bilder-Komplexe, bestehend aus Fotografien, Malereien und Übermalungen/-zeichnungen von fotografierter Malerei.

Zudem wurden in beleuchteten Schaukästen („Citylights“) an den Bushaltestellen im Gebiet Posters mit meinen Fotografien präsentiert und so eine Spiegelung und Verdoppelung des Ortes erreicht. Mit der Bespielung einiger im Zentrum stationierten Posters (auf Initiative und gesponsert von den Innsbrucker Verkehrsbetrieben) wurde zusätzlich auf das Projekt verwiesen.
Milena Meller: weites feld. Citylights. Foto: Milena Meller
Milena Meller: weites feld. Citylights. Foto: Milena Meller
Nachbetrachtung

Es bleibt momentan nur so viel zu sagen, dass das – für eine Person doch sehr arbeitsintensive und aufwendige – Projekt aus meiner Sicht sehr gut funktioniert hat in all seinen Aspekten (Buch, öffentlicher Raum, halböffentlicher Raum).

Es wurde interessiert und entgegenkommend aufgenommen, was sich darin gezeigt hat, dass sich doch einige der kontaktierten Firmen beteiligt und begeistert mitgemacht haben.

Die positive Reaktion darauf hat sich nicht zuletzt im Ankauf einiger Bilder niedergeschlagen, die somit zu permanenten Installationen vor Ort geworden sind, was für mich ein wesentlicher Aspekt ist: mit dieser Arbeit tatsächlich an dem Ort, um den es geht, nachhaltig präsent zu sein und zudem einen Teil der persönlich investierten Mittel wieder herein zu bekommen.

Presse-Echo

Tiroler Tageszeitung (Ivona Jelcic), Internet-Plattformen kultur.tirol (Ulla Fürlinger), provInnsbruck (Helmut Schiestl), Kulturzeitschrift mole (Jürgen Tabor), Kulturberichte aus Tirol – Panoptica (Cornelia Reinisch) …

Das Projekt ist für mich nicht wirklich abgeschlossen – es gibt noch viele Bilder zu malen und die künstlerische Erforschung des Gebietes lässt sich auf mehreren Ebenen fortsetzen – womit ich teils schon begonnen habe. Mein Ziel wäre, daran weiter zu arbeiten (Malerei, Video, Tonaufnahmen des Ortes, Interviews mit Bewohnern bzw. dort Arbeitenden). Aus dem erweiterten Material würde ich gerne eine Gesamtschau in Form einer multimedialen Ausstellung unter Einbeziehung der Dokumentation des ersten Teiles des Projektes machen.
Milena Meller: weites feld. Fotografie (digital), Alu-Dibond, 40x60cm
Milena Meller: weites feld. Ausstellungsansicht (Second Hand-Markt): Fotografien, Alu Dibond
Weiteres Projekt von Milena Meller bei den stadt_potenzialen:
sehenswürdig (2016)