stadt_potenziale

sInnfonia

ein Projekt von Manuela Kerer und Florian Hackspiel
stadt_potenziale 2011, Fördersumme: € 13.000,–
Durchführung: 2011–2013
sInnfonia. Foto: Florian Hackspiel
sInnfonia. Fotos: Florian Hackspiel
Projektbeschreibung
„sInnfonia“ für Chor und Orchester
Manuela Kerer: Konzept, Komposition
Florian Hackspiel: Idee, Konzept, Stimmanalysen, Text
Chor des Musikgymnasiums Innsbruck
Siegfried Portugaller: Choreinstudierung
Kammerorchester Innstrumenti
Gerhard Sammer, Dirigent

„Das indische Musiksystem funktioniert auf einer völlig anderen Basis als die westliche Musik. Der größte semantische Unterschied liegt dabei in der Tradition selbst: Musik dient in Indien nicht der Unterhaltung, sondern als Befreiung, Heilung und Öffnung. Alles schwingt in einer natürlichen Frequenz, und somit ist die Welt nichts anderes als Klang in Form von Schwingung. Die Erde bewegt sich ständig in einer Symphonie von Klängen. Die Klangenergie, die jeder Mensch ausströmt, bezeichnet die alte indische Wissenschaft Nada Brahma als den individuellen Grundton. Jeder Mensch besitzt einen individuellen Grundton, der sich in den ersten 20 Lebensjahren manifestiert. Zunächst prägt diesen Grundton das nächste Umfeld: Die Stimmen der Eltern, später auch die äußeren Schwingungen wie die der Freunde, des sozialen Umfeldes, … und schlussendlich die Schwingung einer Stadt selbst.“

Florian Hackspiel hat an 12 verschiedenen Plätzen Innsbrucks Stimmen von Menschen aufgenommen und deren Stimmfrequenzen analysiert. Pro Ort wurden 32 Personen in den Prozess involviert und so eine enorme Fülle an Material gesammelt. Die über die Sprechstimmen ermittelten Töne wurden von Manuela Kerer im kompositorischen Prozess verarbeitet. Für die rhythmische Ausgestaltung ließ sie sich von den verschiedenen Orten und der Stadt Innsbruck selbst inspirieren. Die Töne der StadtbewohnerInnen und Lokalitäten wurden als Grundmaterial mit verschiedensten Klängen verbunden, welche von der Vielfalt, Vitalität und Unterschiedlichkeit des Gebiets in und um Innsbruck zeugen. Innsbruck klingt!
sInnfonia. Foto: Florian Hackspiel
Stimmanalyse

Bei einer herkömmlichen Stimmanalyse einer Person wird deren individueller Grundton ermittelt und daraufhin die individuelle Stimmpyramide erstellt. Für die sInnfonia wurden pro Ort die jeweils 32 Stimmbilder zu einer Pyramide zusammengefasst, die dann als Kompositionsvorlage dienten.

Weitere Informationen zum Konzert KomponistInnen unserer Zeit am 2. März 2013 auf www.innstrumenti.at
(siehe unter Konzerte 2012/13)
sInnfonia. Beispiel für eine Stimmepyramide (Schloss Ambras)
sInnfonia. Beispiel für eine Stimmepyramide (Schloss Ambras)
Nachbetrachtung

„sInnfonia – für Chor und Orchester“ ist ein voller Erfolg. Es wird nicht jeden Tag für eine Stadt eine eigene Symphonie komponiert. Von der Geburt der Idee bis zur fertigen CD-Produktion vergingen nun exakt drei Jahre. Dies zeugt auch von der hohen Qualität des Projektes. Besonders hervorzuheben ist dabei die Beteiligung des Kammerorchesters InnStrumenti und des Chores des Musikgymnasiums. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der Komponistin Manuela Kerer gemeinsam mit dem Schauspieler und Regisseur Florian Hackspiel.

Die Idee, dem Klang der Stadt auf den Grund zu gehen glich fast einer wissenschaftlichen Feldforschung. 384 InnsbruckerInnen wurden hierfür interviewt und ihre Stimmen ausgewertet. Der Ton H hat sich als Grundton der Stadt herauskristallisiert.

Ein ausverkauftes Konzert und eine wundervolle CD sind nun Endprodukt dieses Projektes in dem sich die westliche mit der indischen Musik verwob, in dem moderne Stimmanalytik sich mit künstlerischer Auseinandersetzung traf und schlussendlich, zählt man die Interviewten, die Orchester- und Chormusiker alle zusammen, insgesamt über 500 Menschen beteiligt waren.