stadt_potenziale

Warhol Set – mobiler Siebdruck

ein Projekt von Cunst & Co
stadt_potenziale 2008, Fördersumme: € 3.000,–, Durchführung: 2008/2009
Warhol Set – mobiler Siebdruck. Ausstellungsansicht. Foto: Peter Chiochetti
Warhol Set: Ausstellungsansicht. Foto: Peter Chiochetti
Projektbeschreibung

Siebdruck ist eine Technik der angewandten Kunst; die nötigen Fertigkeiten sind schnell erlernt. Praktische Anwendungen sind unter anderen der Druck auf T-Shirts und Kleinauflagen von Plakaten; also beliebte, die städtische Öffentlichkeit durchziehende, sie als Kulturraum erschaffende Kommunikations- und Ausdrucksmittel. Wir produzieren ein sogenanntes Warhol-Set, das dieser Produktion einen weiteren Weg ebnet:  Dokumentation

Einreichung
Der Verein Cunst & Co bekam Ende März 2008 im Rahmen der „stadt_potenziale“ den Zuschlag, ein Siebdruck-Starter-Kit – in Erinnerung an den großen Promoter der Technik Warhol-Set getauft – zu entwickeln, es in sechs geförderten Workshops einer Probe auf Bewährung auszusetzen und das Set und die entstehenden Werke auszustellen.

Ausschreibung
Cunst & Co lud daraufhin, im Juni des Jahres, per dem eigenen E-Mail-Verteiler und dem der Tiroler Künstlerschaft, in Innsbruck und Umgebung tätige Künstlerinnen und Künstler oder Gruppen dazu ein in Einzel-Workshops Werke des Siebdrucks zu schaffen. Ein Workshop würde etwa drei, vier Stunden dauern, Auslagen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer pauschal mit zweihundert Euro ersetzt, abgerechnet mit Honorarnote. Eine kleine Einführung in die Technik und Anleitung zum Gebrauch des verwendeten Werkzeugs fanden InteressentInnen auf der Vereinshomepage.

In der Ausschreibung hieß es: „Die Werke sollen das Spektrum der technischen Möglichkeiten des Sets ausloten. Sie dürfen unterhalten oder zum Nachdenken anregen, aber nicht zum Gähnen. Die Werke bleiben im Eigentum der Künstlerinnen und Künstler. Von Multiples geht ein Belegexemplar an den Verein. Die entstandenen Werke werden im kommenden Winter in Innsbruck öffentlich ausgestellt. Ein Raum dafür ist noch nicht gebucht. Man bittet den Sommer über einzureichen, damit im Herbst produziert werden kann. Verlangt werden Skizze und Beschreibung der Idee und der vorgesehenen Verwirklichung in wenigen Sätzen: Per E-Mail an office@cunst.net schicken oder persönlich im Vereinslokal im ersten Stock in der Tschamlerstraße 3 in Innsbruck vorbei bringen. Mitte September wird der Vereinsvorstand aus den Einreichungen sechs Künstlerinnen und Künstler auswählen, und zur Zusammenarbeit bitten.“

Experiment und Ausstellung
Ende September 2008, mit Ablauf der angekündigten Einreichfrist, hatte man die erwünschte Anzahl an Bewerbungen beisammen und konnte mit der Produktion beginnen. Im Verlauf derselben ist es dann gelungen, die p.m.k dafür zu gewinnen, ihr Schaufenster zum Büro an der hoch frequentierten Bogenmeile für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Die Ergebnisse der Workshops waren dort zwei Monate lang zu sehen: Werke von Ursula Beiler, Lang Much, San Kola, Rettenwander/Sukdol, Soya und Hermine Span. Eröffnet wurde am Fr., den 23. Jänner 2009, um 20 Uhr mit der Erläuterung des Warhol-Set, einer Siebdruckperformance von Daniela Span und Franz Unger „ausgeheckt“ und dem Lehrvideo „Pegasus Boxenstopp“. Es gab leise Musik zu Hören, Gutes zu Essen und zu Trinken.

Siebdruckmanual
Parallel zu den Experimenten a.k.a Workshops entstand ein Handbuch, das grundlegene Ausdrücke und Vorgangsweisen eines sozusagen improvisierten Siebdrucks mit minimalem Aufwand an Mitteln dokumentiert. Im WWW wird es Creative Commons BY-SA lizenziert verfügbar gehalten. Das Handbuch schließt mit der Vorstellung der einzelnen Werke die während der Workshops geschaffen wurden.

Nachbetrachtung

Die für das Projekt eingerichtete Website siebdruck.cunst.net erscheint bei Suchmaschinen auf der ersten Seite bei Ausdrücken zum Thema und wird seit ihrem Bestehen dementsprechend gut besucht. Das Handbuch ist die am meisten heruntergeladene Ressource der Webpräsenz des Vereins, man darf annehmen, dass mehr Zeit damit verbracht wurde es zu lesen, als es zu schreiben. Das Projekt hat international Anklang gefunden, man erkennt das daran, dass zumindest ein gut dokumentiertes Projekt im Ausland auf dessen Website darauf verweist. Regional hat das Projekt die Sichtbarkeit des Vereins kurzfristig erhöht, die Website trägt nach wie vor dazu bei, dass InteressentInnen den Verein kontaktieren und gemeinsame Aktivitäten im Sinne des Vereinszwecks folgen, die Förderung künstlerischer Schaffenstätigkeit.

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